Den Künstlern auf der Spur - "Renoir in Weßling"

© Erich Rüba/oh

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© Nila Thiel / Ulrike Roos vor dem Renoir Gemälde am Weßlinger S-Bahnhof

 

Die von Ulrike Roos gegründete Kulturgruppe des Integrationspunktes Weßling wird dafür ausgezeichnet, dass sie Einheimische und Geflüchtete bei Filmprojekten zusammenbringt.

"Unweit der S-Bahnstation in Weßling erstrahlt an einer Mauer das Porträt eines großen Künstlers: ein Abbild von Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), einst vielgepriesener französischer Impressionist. 1910 hatte ein Münchner Privatgelehrter den Maler eingeladen, um seine Ehefrau mit Tochter zu porträtieren. So ergab es sich, dass Renoir mitsamt Familie einen Sommer lang in Weßling lebte. Gut 100 Jahre später weckten die Ereignisse von damals noch einmal neues Interesse: Die vor etwa zehn Jahren von Ulrike Roos gegründete Kulturgruppe, die heute als Teil des Integrationspunktes Weßling an die örtliche Nachbarschaftshilfe angegliedert ist, hat den Renoir-Aufenthalt in einem fast halbstündigen Film nachgestellt. Am Montag wurde das Filmprojekt "Renoir in Weßling" in der Kategorie "Kultur" nun mit dem oberbayerischen Integrationspreis ausgezeichnet. "Durch das Nachspielen historisch belegter Ereignisse und Anekdoten gelang eine starke Annäherung an den impressionistischen Maler, den Menschen, seine ihn begleitende Familie und seinen Freundeskreis", heißt es in der Laudatio."

© Paul Wiese - SZ 24.10.22

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Der Film: „ Renoir und seine Zeit in Weßling“ führt ins Jahr 1910 zurück, als der impressionistische Maler Auguste Renoir einige Wochen in Oberbayern verbrachte. Eingeladen hatte ihn der Münchner Sammler und Privatgelehrte Friedrich Thurneyssen. Er wünschte sich ein Bildnis seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Da Renoir auch gern die große Rubenssammlung in der Alten Pinakothek in München sehen wollte, gelang es Thurneyssen, den Maler von Paris nach München zu locken. Wie gelangte aber Renoir mit Freunden und Familie nach Weßling? Davon erzählt der Film und greift dabei die Recherchen von Erich Rüba auf, die in seiner Publikation: „ Heinrich Brüne, Erinnerungen an Renoir“ zu finden sind. Die Episoden am See, die der Film zeigt, sind belegt. 

Den Rahmen der Handlung bilden Fragen heutiger Besucher zu den Graffiti über Renoirs Besuch am Bahnhofsgebäude von Weßling. Die etwa  60  Darsteller spielen an den Orten, an denen Renoir gewohnt und gewirkt hat Nur das Atelier von Heinrich Brüne, in dem Renoir malte, ist nicht mehr erhalten.

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