Praxisbeispiele

Text, Bild und Gestaltung

Projekt Selbstportrait

Sachbücher zum Selbstportrait

Sebens, Pauline, Mal mir mich. Geschichten zur Portraitkunst.
63 Seiten
München 2007

Bell, Julian, 500 Selbstportraits. Aus dem Englischen übersetzt von Susanne Bosch-Abele.
547 Seiten
London, New York 2000

Rebel, Ernst, Wolf, Norbert (Hg), Selbsportraits.
96 Seiten
Köln 2017

 

In Zeiten von Selfies ist die stufenweise zeichnerische und malerische Annäherung an die eigenen Gesichtszüge von besonderem Reiz. Welche Ausdruckskraft Formen und Farben entwickeln können, wenn sich der Maler von den natürlichen löst, erfahren die Teilnehmer aus den Beispielen etwa von Gabriele Münter und Marianne von Werefkin im oben zuerst genannten Buch Seite 46 bis 49, vor allem aber aus den eigenen Experimenten und denen der Gruppe.

Teilnehmer:

15 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren im Rahmen eines halbtägigen Ferienprogrammangebots

 

Vorbereitung:

Materialien zur Zeichnung mit 1. Bleistift, 2. Farbstift, 3. Pastellkreiden, dann mit

4. wasservermalbaren Aquarellstiften und 5. Aquarellfarben sowie zu 6. Gouache und /oder Acryl werden den entsprechenden Papieren, zuletzt den Holztafeln, zugeordnet und auf einem langen Tisch entsprechend den Arbeitsschritten ausgelegt.

Standspiegel stehen für jeden zur Verfügung.

 

Einstieg

Zum Einstieg in die Arbeit am Selbstportrait werden die Teilnehmer aufgefordert, mit ihren Händen die Flächen und Linien durch Bedecken oder Nachfahren zu erfassen. Dabei stehen die Proportionen und Formen im Zentrum des Interesses.

Arbeitsschritte 1 bis 3:

Mit dem Bleistift wird auf einem Papier im Format von Din A 4 oder größer  ein sogenanntes Blindes Portrait gezeichnet. Dabei bezeichnet „ blind“ nicht das gänzliche Schließen der Augen, vielmehr richten sich die Augen ausschließlich auf das eigene Abbild im Spiegel, „ Blind“ soll der Zeichner für sein Zeichenblatt sein. Er darf nicht auf das Blatt schauen, während er mit dem Stift die eigenen Zügen festhält.

Bei dieser Lockerungsübung wird die Kontrolle durch das angelernte Wisssen darüber, wie ein Gesicht gemalt werden sollte, möglichst weitgehend ausgeschaltet.

Picasso soll mit einer solchen Übung den Tag oftmals begonnen haben.

 

Die erste Aufgabe lautet: Zeichne in nur einem fortlaufenden Strich dein Gesicht ab.

Die zweite Aufgabe gibt die Freiheit, mehrfach mit dem Stift anzusetzen, dabei aber nie auf das Blatt zu schauen.

Natürlich verschieben sich dann die Augen z.B. so, dass das zweite außerhalb des Gesichtsumrisses erscheint.

Eine ansatzweise räumliche Wirkung ergibt sich, wenn die Teilnehmer zwei Farben gleichzeitig in ihre Hand nehmen und mit beiden ihre Linien ziehen.

Das Angebot, Pastellkreiden auf speziellem Öl- und Pastellmalpapier zu erproben, hat zum Ziel, dass nicht mehr nur Linien, sondern auch Flächen durch Verreiben des Farbpulvers geschaffen werden. Damit kommen auch Schatten und zugleich Räumlichkeit ins Spiel.

 

Arbeitsschritte 4 bis 6

Wasser und Pinsel werden bereit gestellt und zuerst auf Aquarellpapier ein weiteres rasches blindes Portrait gemalt. Die Wirkung der breiten Linien werden mit der der Zeichenlinien verglichen.

Anschließend wird der Holzmalgrund mit verdünntem Holzleim bestrichen, damit sich die Poren schließen. Nach der Trocknung können nun mit Haar-, besser noch mit Borstenpinseln die Gouache – oder Acrylfarben aufgetragen werden. Pappteller dienen zum Mischen der Farben.

Es wird darauf hingewiesen und an Beispielen aus den Büchern oder von Postkarten etwa von Gemälden Picassos, von Paula Modersohn-Becker, der Maler der Brücke oder des Blauen Reiters gezeigt, dass die gewählten Farben nicht den natürlichen Farben entsprechen müssen.

Die Farbflächen dürfen auch von den Größen der realen Flächen z.B. der Iris im Auge oder der Backen abweichen.

Zusätzliche Arbeitsmöglichkeit:

Je zwei Teilnehmer arbeiten zusammen. Der eine hält sich eine Folie im Format DIN-A 4 vor das Gesicht. Sein Partner/seine Partnerin fährt mit einem Folienstift die wesentlichen Linien des Gesichts rasch nach.

Anschließend werden diese mit einem Borstenpinsel und schwarzer Linoldruckfarbe nachgezogen und auf ein bereitliegendes saugfähiges Blatt Papier abgedruckt, indem man mit der Handkante fest über die Rückseite der Folie fährt.

Der so entstandene Druck kann beliebig oft wiederholt und mit anderen Farben variiert werden.

Das grobe Liniengeflecht lässt sich mit den zuvor kennengelernten Farbstiften oder Wasserfarben nach Wunsch weiter ausgestalten.

 

Abschluss:

Die Teilnehmer vergleichen ihre Arbeitsproben auf dem Weg zum Portrait auf der Holzplatte und präsentieren ihre Arbeit für zwei Fotos: eines, auf dem sie das Portrait direkt vor ihr Gesicht halten, und eines, auf dem sie darüber schauen, sodass man Bild und Abbild vergleichen kann.

Eine humorvolle Variante ergibt sich, wenn die Teilnehmer ihre Bilder austauschen und ihre Portraits über fremden Körpern und Kleidungen erscheinen.

Weiterführung:

Das Selbstportrait wird auf größerem Format erweitert durch Hinzufügen von Raum und/oder Requisiten. Auch hierfür bieten die Sachbücher viele geeignete Beispiele zur Anregung.

Konzept: Ulrike Roos von Rosen, Karin Mann

 

Ausdruckstanz in der Villa Stuck

Buchgrundlagen:

Loie Fuller, Getanzter Jugendstil
Herausg. Jo-Anne Birnie Danzker
Museum Villa Stuck
Prestel

Villa Stuck
Herausg. Jo-Anne Birnie Danzker
Museum Villa Stuck
Hantje Cantz

Franz von Stuck
Herausg. Jo-Anne Birnie Danzker
Museum Villa Stuck
Edition Minerva Hermann Farnung

Franz von Stuck und die Photographie
Herausg. Jo-Anne Birnie Danzker
Museum Villa Stuck
Prestel

Kalender, Wer war Franz von Stuck?
Herausg. Ulrike Roos von Rosen
Museum Villa Stuck

 

Teilnehmerinnen:
Einheimische und Geflüchtete im Alter zwischen 10 und 17 Jahren

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich der Ausdruckstanz neben dem Klassischen Ballett rasch durch. Eine Vertreterin dieser damals neuen Tanzrichtung war die Amerikanerin Loie Fuller. Sie war auf ihrer Europatournee auch zu Gast bei Franz von Stuck, der sie der Münchner illustren Gesellschaft und Künstlergemeinde präsentierte. Er ließ sich durch ihren Schleiertanz zu Wandbildern und Reliefs anregen, die noch heute im Museum Villa Stuck zu sehen sind.

Ziel: Die Teilnehmerinnen begeben sich auf eine Zeitreise in die Entstehungszeit der Künstlervilla, indem sie selbst in die Rolle eines damaligen berühmten Gastes schlüpfen und sich in Kleidung und Bewegungen der Tänzerin Loie Fuller nähern.

Einstieg:
Bei einem Rundgang durch die Museumsräume und den angrenzenden Garten sollen die Jugendlichen Tanzszenen suchen und rasch skizzieren.

Durchführung:

Die Teilnehmerinnen besprechen ihre Zeichnungen und halten die wesentlichen gemeinsamen Merkmale der Reliefs und der Gemälde fest.

Sie sehen Filmdokumente der Tanzauftritte von Loie Fuller.

Sie nähern sich darüber der Frage, welche Besonderheiten die Bewegungen und, damit verbunden, welche Eigenschaften die Kostüme gehabt haben müssen.

Anhand der Bilddokumente in den Katalogen überprüfen sie ihre Konzepte.

Sie probieren ein Modell des Gewandes an, das die Kostüm- und Bühnenbildnerin Johanna Berueter, Museumspädadogin in der Villa Stuck, entwickelt und geschneidert hat.

Die Teilnehmerinnen entwickeln für sich ein einfacheres Tanzkostüm, d. h. zartfarbene Tüllröcke zu Leggins und T-Shirts sowie je  eine breite Stola in Satin.

Dazu kommen phantasievolle Kopfbedeckungen in den passenden Farben.

Mit der Tänzerin Anna Beke, Künstlerische Mitarbeiterin an der Bayerischen Staatsoper
in München, wird das Tanzen im Stil von Loie Fuller im Garten und in den Räumen des Museum Villa Stuck, also am historischen Ort der Aufführung, erprobt.

Auf Fotos und in einem kurzen Film wird der Tanz festgehalten, ergänzt durch eine kleine Szene, in der Johanna Berueter, mit Zylinder und Schnurrbart Franz von Stuck spielt, der den Tänzerinnen so wie einst zuschaut.

Nachbereitung:
Die Tanzreliefs von Franz von Stuck werden in Ton nachgearbeitet.

Konzept: Johanna Berueter, Ulrike Roos von Rosen und Anna Beke

Bilderbuch

Johansen, Hanna / Berner, Rotraut Susanne (Ill.)
Der Füsch
28 Seiten
Ab 4 Jahren
München, Wien
4. Auflage 2015
Teilnehmer: 10 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren

 

In der Geschichte von der kleinen Dodo, die sich zum Geburtstag keinen Fisch, sondern einen „Füsch“ wünscht, öffnet sich in der Phanstasie des Mädchens eine märchenhafte Unterwasserwelt. Ihr schillernd schöner „Füsch“ beginnt mit ihr zu sprechen und ihr den Reiz des Schwimmens begreifbar zu machen. Sie nimmt ihn umgekehrt auf einen Lauf durch die nächtliche Stadt mit. Zuletzt richten sie sich gemeinsam mit den Attributen der Menschen- und der Wasserwelt im Aquarium einen geheimen Rückzugsort ein.

Ziel: Das magische Weltbild der Kinder kann sich in der Gestaltung vielfältig niederschlagen.

Vorbereitung:

Am Anfang steht die Beschäftigung mit heimischen Fischen, die auf Plakaten des Fischereiverbandes vorgestellt werden.

Sie sind beim Landesfischereiverband Bayern e.V. Pechdellerstr.16, 81545 München,

Tel.: 089-642726-0, poststelle(at)lfvbayern.de zu beziehen.

Material:

Die Teilnehmer erhalten stärkere Malpapiere, auch Tonpapiere und Transparent/Architektenpapier.

Als Farben werden Gouache, Aquarellfarben, auch in Stiftform, und Öl- und Pastellkreiden angeboten.

Zur Verfügung steht zudem Zeitungspapier, das bei einer Arbeit mit Beize und Batikfarben viele Farbspuren bekommen hat.

Einstieg:

Farben und Formen der Fische auf dem Plakat werden gemeinsam kurz studiert. Jeder gestaltet dann mehr oder weniger originalgetreue Fische und schneidet sie aus.

Diese Fische können später z.B.in ein Bündel Reisig gesteckt werden, das ähnlich wie ein Schilfgürtel „Verstecke“ bietet.

Gestaltung eines eigenen „Füsches“:

Nach der gemeinsamen Lektüre des Buches entwerfen die Kinder ihren eigenen, ganz besonderen „Füsch“ und gestalten ihn aus den Materialien, die sie jeweils bevorzugen. Mit Glanzpapieren, Perlen und Pailletten lässt sich der Fisch zusätzlich schmücken.

Malen und Bauen einer eigenen Aquariumswelt

Beim Betrachten der Bilder im Buch können Details in Dodos Wohnung entdeckt werden, die zuletzt in die gemeinsame Welt von Dodo und dem Fisch eingehen.

Die Frage:

„Was würdest Du in Deine Unterwasserwelt mitnehmen? Einen Ball so wie Dodo? Ein Stofftier? Ein Möbelstück?“führt zur Entwicklung detaillierter individueller Bildwelten.

Es kann ein rechteckiges Gemälde werden, das den gängigen Aquarienformen entspricht, oder auf eine Tortenbodenpappe geklebt und/oder gemalt werden, um die runde Form des Wasserbehälters von Dodo nachzuahmen.

Durchsichtig wird das Aquarium, wenn man eine Umverpackung aus festem Plastik beispielsweise aus dem Kosmetikbedarf wählt.

Diese Schau-Kästen lassen sich mit einem durchgezogenen Silberdraht vor die Fenster hängen und ergeben bei Sonneneinfall schöne Farbspiele.

Möglich ist es auch, eine bauchige Glasvase zum Aquarium werden zu lassen. Die Fische können darin an feinen Fäden über einer Miniaturwelt schweben.

Seidenpapier mit Wellenlinien aus Deckweiß können eine weitere leicht durchsichtige  Bildgrundlage für die ausgeschnittenen Fische bieten.

Räume lassen sich in Wasserwelten verwandeln durch leichte Plastikelemente, die im Baumarkt günstig als Duschabtrennungen zu erhalten sind. Die hellblaue Schutzfolie lässt sich vorsichtig in Partien bis zum Rand ablösen und später wieder über die auf dem durchsichtigen Material verteilten Fische ziehen und so fixieren. Der Vorgang lässt sich mit anderen Motiven mehrfach wiederholen.

 

Konzept: Ulrike Roos von Rosen

Matti und der Großvater

Buchgrundlage:

Puimini, Roberto / Buchholz,Quint(Ill.)
Matti und der Großvater
München, 2. Auflage 2011
91 Seiten

Teilnehmer: 28 Schüler der 5. Klasse eines Gymnasiums in Germering

Die Eingangsszene zeigt Matti und seine Familie am Bett des sterbenden Großvaters. Während Matti eine Fliege an der Zimmerdecke beobachtet und sich daran erinnert, wie der Großvater ihm einmal erklärt hat, warum diese Insekten nicht zu Boden fallen, hört er seinen Namen rufen. Es ist der Großvater, der ihn auffordert, einen kleinen Ausflug mit ihm zu machen. Unbemerkt von allen anderen machen sie sich auf den Weg. Dieser führt sie zu vertrauten, zugleich aber auch seltsam neuen, Abenteuer verheißenden Orten. Dabei verraten sich Großvater und Enkel manche Geheimnisse und Wünsche, die auf der Grenzlinie zwischen Traum und Wachen, zwischen Zeit und Zeitlosigkeit angesiedelt sind. Für Matti wird der gemeinsame Weg mit dem Großvater nicht mit dessen Tod enden.

Quint Buchholz hat die Wegstationen in Bilder gefasst, die von den Lesern aus ihrem eigenen Erleben heraus variiert, ergänzt oder auch in seiner Technik neu erdacht werden können.


Einstieg

Die Kinder werden an die Spritztechnik des Illustrators herangeführt, indem sie selbst mit Sieben und Bürsten arbeiten, um fein aufgelöste Farbflächen zu erzielen. Die Bilder erhalten dadurch etwas von dem Eindruck des verschwimmenden Lichts, das die Originale auszeichnet.

Erprobt wird auch das Zeichnen mit Farbstiften auf grobkörnigem Aquarellpapier, das einen ähnlichen Effekt erzielt. Sie lernen, durchgezogene Umrisslinien zu vermeiden und experimentieren mit gepunkteten oder gestrichelten Flächen.

Durchführung

Beim Vorlesen einiger Kapitel, etwa zuerst des Kapitels 3,dann 4, halten die Kinder ihre Bilder im Kopf in kleinem Format auf dem Aquarellpapier mit Stiften fest

Die unterschiedlichen Skizzen werden verglichen, dann die Illustration von Quint Buchholz hinzugezogen.

Nach und nach entwickelt sich das Bild der Landschaft, durch die die beiden Hauptfiguren wandern, sie kann wie eine Landkarte festgehalten werden.

Das Kapitel 4 bringt die Geschichte des Fischens mit den Hosentaschen, eine Vorgehensweise, die der Großvater dem Enkel aus seiner Jugendzeit berichtet und die beide erproben.

Allen Tieren, denen sie näherkommen, geben sie Namen und erschaffen sich so eine ganz eigene gemeinsame Welt. Diese Welt erweitert sich dann durch ein Dorf mit Turm und Marktständen, ein Sonnenblumenfeld, eine Brücke- alles Motive, die sich in Bildern der imaginierten/erinnerten Welt festhalten lassen.

Quint Buchholz hat im Interview verraten, dass es einen großen Unterschied macht, aus welcher Perspektive man ein riesiges Sonnenblumenfeld malt. Er hat die Frontsicht vorgezogen und sich dadurch auf wenige Blüten konzentrieren können. Die Kinder erprobten auch die Aufsicht und bezogen gleich das rote Wollknäuel mit ein.

In Kapitel 16 bis 18 suchen Matti und der Großvater nach einem vom Großvater vorgeschlagenen Spiel eine Schatzkarte in ihren Handlinien. Dies ist der Anlass, um die Kinder mit einem Handabdruck selbst eine Schatzkarte entwickeln zu lassen, auch eine Schatzkiste.

Eigene Vorschläge, wie die Hauptfiguren den Piraten entwischen, lassen sich mit Kapitel 22 verbinden.

Ein bei Kindern beliebtes Motiv ist dasjenige vom Sonnenuntergang. Es wird sehr gern aufgegriffen und mit der Frage verbunden,warum der Spaziergang einem Tagesablauf folgt.

Erörtert wird ebenso der ungewöhnliche Schluss der Geschichte, in dem innere und äußere Welt mit ihren unterschiedlichen Maßstäben gegenüberstehen

Abschluss:

Ein Leporello hilft, den Weg von Großvater und Enkel nachzuvollziehen.

Als Aufgabe kann sich anschließen: Welchen Weg würdest Du mit Deinem Großvater/einer vertrauten Person gern entdecken? Zeichne, beschreibe ihn und gestalte daraus ein Büchlein oder ein weiteres Leporello.

Konzept: Ulrike Roos von Rosen

Manet, Monet und van Gogh in der Neuen Pinakothek München

Buchgrundlagen:

Neue Pinakothek
Katalog der Gemälde und Skulpturen
Köln 2010, 2. Auflage
464 Seiten

Heine, Florian
Monet und seine Freunde
München 2015
48 Seiten

König, Mechtild / Riedmaier, Sylvia
BilderBuch. Neue Pinakothek München
München 2009
120 Seiten

Björk, Christina / Anderson, Lena(Ill.) / Kutsch, Angelika
Linnéa im Garten des Malers
München, 2015, 22. Auflage
52 Seiten

 

Teilnehmer: 2 Kindergruppen mit jeweils 16 Schülern der 4. Klasse einer Grundschule  aus Neuperlach im Alter von 9 bis 10 Jahren

Ziele: Kennenlernen wichtiger Motive, von Techniken, Farbwahl und der Bedeutung von Licht und Schatten in der Malerei der Impressionisten beim Museumsgang  und bei eigenen Gestaltungsversuchen

Vorbereitung:

Besuch der Neuen Pinakothek in München: Im Mittelpunkt der zwei Führungen standen die Gemälde von Edouard Manet: „Frühstück im Atelier“ und „Die Barke“, von Claude Monet: „Seinebrücke von Argenteuil“ und „Seerosen“ sowie von Vincent van Gogh: „Ebene von Auvers“ und „Sonnenblumen“.

Bei den Führungen wurde u. a. mit Farbkarten gearbeitet, die die vielfältigen Blauschattierungen im Bild  „Die Barke“ erfassen halfen , mit Bildausschnitten in Schwarz-Weiß, die ausgemalt werden konnten, sowie mit Übungen zur Farbwahrnehmung bei den „ Sonnenblumen“.


Durchführung der Gestaltungsversuche:

1.     Ein Handapparat mit  Kunstbüchern stand dauerhaft in den Klassen zur Verfügung. Da die Themen: ‚Pleinairmalerei‘ und die neuen Möglichkeiten des Malens mit Farbtuben im Museum angesprochen worden waren, sollten die Kinder nun selbst mit Tubenfarben experimentieren. Dabei wurde zunächst noch einmal auf ihre Erfahrungen mit Wasserfarben zurückgegriffen.

Die erste Aufgabe bestand darin, mit den 3 Grundfarben Mischungen zuerst mit Wasserfarben, dann mit Acryl vorzunehmen. Ziel war es, die Auftragsmöglichkeiten und die Reaktion bei Mischungen zu vergleichen.

Alle Farbmuster wurden zuletzt ausgelegt.

 

2.     Mehrere Großfotos im Format 29,6x21 cm von „ Die Barke“ und von „ Ebene in Auvers“ waren in  Rechtecke von etwa  4x4 cm  zerschnitten worden. Jedes Kind konnte sich einen Ausschnitt wählen und auf einen Keilrahmen im Format 10x10 cm mehr oder weniger frei kopieren. Der Bildausschnitt konnte auch auf den Bildträger aufgeklebt und mit Acryl nach eigenen  Vorstellungen fortgeführt werden. Farbnuancen und Pinselführung der Originale flossen  in beide Varianten mit ein.

 

3.       Die Bildausschnitte wurden zuletzt wieder zu einem großen Format in mehreren Varianten zusammengesetzt.

 

Nachbereitung:

Wie  bei einem Puzzle  wurden die kleinen Leinwände in den folgenden Wochen immer wieder neu kombiniert und dabei Möglichkeiten des Bildaufbaus nach Farben, Formen oder Motiven erprobt.

Dabei durften auch beide Klassen in der jeweils anderen Gruppe  aktiv werden.

Die Schüler wurden durch den spielerischen, lang dauernden Umgang mit den eigenen kleinen Werken zunehmend auch mit den impressionistischen Gemälden vertraut, die als Fotos in den Klassen ausgestellt blieben.

Konzept: Ulrike Roos von Rosen

Text und Film

"Füchse lügen nicht"

(Hub, Ulrich; Drewelow, Heike)

Füchse lügen nicht – mit dieser Behauptung stellt der Autor die traditionellen Charakterbilder von Fabeltieren auf den Kopf. Dieses Spiel setzt sich am Beispiel von weiteren sieben Tieren fort. Die Entwicklung, die sich bei allen vollzieht, ist einer lebensbedrohlichen Situation geschuldet. An einem Wendepunkt fliegen alle ihre sozialen, manipulativen und selbstbetrügerischen Lügen auf. Nur die selbstlose Freundschaft gilt zuletzt.

Im Film nehmen die acht Tiere in einem "Fernsehinterview" nach der Katastrophe rückblickend zu ihren Wertmaßstäben kritisch Stellung.

Die witzigen Zeichnungen von Heike Drewelow bieten hilfreiche Vorlagen für Buttons, Schürzen und Masken, mit denen die Schüler sich verkleiden.

Das Konzept können Sie hier als PDF herunterladen.

Konzept: Tjark Lienke und Ulrike Roos von Rosen

Prinz Achmed und die Feenkönigin. Ein Märchen aus 1001 Nacht.

(Frank, Karlhans; Seelig, Renate)

Das Märchen wird in der Fassung von Karlhans Frank auf zwei Ebenen erzählt: In der heutigen Welt schildert ein kleines Mädchen aus dem Iran ihrem deutschen Freund  die Vorgeschichte um Scheherazade und entführt ihn dann in die märchenhafte Welt der Binnenerzählungen um den Prinzen Achmed. So wie Scheherazade unterbricht sie immer wieder ihre Erzählung und erhöht damit die Spannung ihres Zuhörers.
Für die Aufführung und/oder die filmische Umsetzung liefern die vielen Einzelkapitel die Szenenabfolge. Sie erlauben es auch, nur einen Teil der Handlung zu erzählen: die Geschichte der drei Brüder und/oder die Liebesgeschichte von Prinz Achmed und der Feenkönigin.

In diesem Beispiel werden personales, Puppen- und Schattenspiel eingesetzt und zuletzt zum Film komponiert. Dabei können Zaubereffekte erzielt werden.
Die detailreichen, informativen Illustrationen von Renate Seelig bieten sehr hilfreiche Vorlagen sowohl für das Bühnenbild als auch für die Kostüme.

Konzept: Ulrike Roos von Rosen und Tjark Lienke

Das Konzept können Sie hier als PDF herunterladen.

Text und Musiktheater

Orpheus und Eurydike. Die Oper von Christoph Willibald Gluck

(Herfurtner, Rudolf; Bley, Anette)

Rudolf Herfurtner bettet die Erzählung des antiken Mythos in die Entstehungsgeschichte der Opernfassungen ein. Die Aufführung der Oper steht von Anfang an auch als Ziel für die Schüler fest. Für die beiden Handlungsorte – die Menschenwelt und das Reich des Hades – werden zwei Spielformen gewählt: personales Spiel und Schattenspiel. Rudolf Herfurtner unterstützt die Schüler dabei durch eine Lesung und einen Workshop.

Mit der Sängerin Susanne Karadag wird die musikalische Umsetzung entwickelt und dabei auf die Ausstattung der Schule mit Orffschen Instrumenten zurückgegriffen. Zum Gesang kommen verschiedene Mittel zur Klangerzeugung wie selbstgebaute Instrumente oder Alltagsgegenstände hinzu.

Der Aufführungsort ist unter anderem das Museum Villa Stuck, in dem die Orpheuswand den Einstieg bieten kann. Dort entstanden viele künstlerische Arbeiten und Elemente des Schattentheaters auch nach Kunstwerken von Franz von Stuck.

Das Konzept können Sie hier als PDF herunterladen.

Konzept: Susanne Karadag, Johanna Berueter und Ulrike Roos von Rosen

Foto aus dem Museum Villa Stuck von Nikolaus Steglich
 

Ein Sommernachtstraum

Buchgrundlage mit CD:

Simsa, Marko, Eisenburger, Doris: Ein Sommernachtstraum. Schauspielmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy zur Komödie von William Shakespeare.

31 Seiten

Berlin 2015

Teilnehmer:

Offene Jugendgruppe: KulturWerkstatt Weßling

14 Teilnehmer   

Ziele: Kennenlernen eines Beispiels aus der Weltliteratur und seiner Umsetzung in Musik und Tanz

Einführung in die Ballettaufführung an der Bayerischen Staatsoper

Arbeitsschritte:

Vorbereitung:

Besuch der Glyptothek und der Antikensammlung in München, um eine Vorstellung vom Schauplatz Athen und vom Leben in der antiken Polis zu entwickeln.

Durchführung:

1.       Die zwei Welten: Menschenwelt und Feenreich sollen zeichnerisch gegenübergestellt werden.

2.       Für die Feenwelt werden mit Naturmaterialien und Stoffresten Elfen gestaltet und mit Nähfaden oder Draht fixiert. Schmetterlinge und Vögel entstehen aus farbigem Tonpapier, das mit Pastellkreiden bemalt wird. Alle Wesen aus dem Zauberwald werden an einen oder mehrere lange Zweige gehängt. Die Bewegung der schwebenden und flatternden  Figuren soll später in der Musik wiedererkannt und in die eigenen tänzerischen Versuche umgesetzt werden.

3.       Beim Waldspaziergang werden Baumgruppen gezeichnet und die Möglichkeiten der Bewegung im Wind studiert. Dies fließt in die musikalisch- tänzerische Arbeit zum Zauberwald ein.

4.     Für die Menschenwelt werden die Personengruppen: die des Herzogshofes und die der Handwerksberufe, unterschieden und Rollenkarten zunächst zeichnerisch nach den Bildern des Buches entwickelt . Auf der Rückseite werden ihre wesentlichen Eigenschaften beschrieben.

5.     Um sie auch in Figuren umzusetzen, bieten sich für die des Herzogshofes Modellpuppen aus dem Künstlerbedarf an, die nach antiker Vorlage  bekleidet werden. Die Charakterköpfe der Handwerker lassen sich gut aus Holzmehl oder anderen formbaren Materialien plastisch gestalten.

6.     Mit Hilfe der Rollenkarten und/oder der Figuren lassen sich die Konflikte zwischen den Paaren sehr klar verdeutlichen. Dabei kommt dem Puck eine zentrale Rolle zu.

 

Musikalische und tänzerische Arbeit mit der Künstlerischen Mitarbeiterin des Bayerischen Staatsballetts Anna Beke

Die Tänzerin stellt die wichtigsten Figurenkonstellationen und Handlungsorte vor. In Gruppen zu 3 oder 4 Teilnehmern sollen diese zunächst Baumskulpturen entwickeln und Bewegungen kreieren zu den Musikbeispielen zum Zauberwald.

In Gruppenarbeit entstehen Bewegungsabläufe zur Musik, die anschließend die Hauptfiguren: Puck, Feenkönigin und Handwerker, insbesondere auch den in einen Esel verwandelten Zettel, charakterisieren.

Der Tanz der Handwerker bzw. der „Rüpel“ bietet Gelegenheit, die Bewegung in einer Schlangenlinie auszuprobieren, bei der man sich zwar die Hand gegenseitig auf die Schulter legt, jeder aber in die entgegengesetzte Richtung drängt als der Vorder- und Hintermann. Dadurch ergibt sich eine torkelnde  Bewegung im Kreis.

Besuch der Ballettaufführung

Diese körperliche Erfahrung mit den in die Musik eingebetteten Bewegungselementen ermöglichen vielfache Wiedererkennungseffekte beim Aufführungsbesuch.

Nachbereitung

Die Bilder des Buches werden mit denen  im Programmheft verglichen und die Inszenierung aus dem eigenen Erleben  heraus nochmals besprochen hinsichtlich der Choreographie, der Kostüme und der Masken.

Die CD ermöglicht es, nochmals in der kleinen Gruppe nach der Musik Mendelssohns zu tanzen.

Anna Beke und Ulrike Roos

Text und Tanz

Text und Vertonung

Sammlungen japanischer Haiku-Gedichte

In der Gedichtwerkstatt geht es zunächst um ein berühmtes Gedicht des japanischen Dichters Matsuo Bashô, das den Aufbau und den Inhalt von Haikus verdeutlichen kann. Bild- und Höreindrücke spielen darin eine wichtige Rolle.
Die eigenen Schreibversuche der Schüler werden in der Folge zuerst mit verschiedenen Techniken illustriert und als Postkarten gedruckt.

Mit Hilfe von Mediencoaches setzen die Schüler ihre Texte anschließend in Hörbilder um. Diese Vertonungen werden zuletzt dem von den Schülern gesprochenen Text unterlegt.

Das Konzept können Sie hier als PDF herunterladen.

 

Die Tondokumente lassen sich über den QR-Code auf der Kalenderseite: "September" der Publikation: "KalenderTöne" herunterladen und anhören.

Konzept: Matthias Göritz, Maria Harpe und Ulrike Roos von Rosen